Nur ein schönes Spielzeug? Warum wir Sprachassistenten noch nicht zum Shoppen benutzen

Nur jeder dritte Nutzer von Geräten wie Amazon Echo, Google Home oder Apples Siri setzt diese zum Einkaufen im Netz ein. Ebenso spielen andere neue Gadgets wie Smartwatches noch keine besonders große Rolle beim Shopping.

Auf dem Gadget-Markt sind Devices mit Sprachsteuerung derzeit das neue große Ding. Erste Händler, wie Douglas, real oder Neckermann, ermöglichen es über die Alexa Skills von Amazon sprachgesteuert einzukaufen. Allerdings sind sie hier schon weiter als die Verbraucher. Selbst wer ein solches Gerät mit Voice-Search-Funktionen besitzt, kommt nicht auf die Idee darüber auch einzukaufen. Diese Erkenntnis und weitere stammen aus unserer neuen Online-Handelsstudie „Reimagining Commerce“, für die weltweit über 4.000 Verbraucher befragt wurden. 

Smartphones sind als Hilfsmittel beim Online-Shopping willkommen. Gekauft wird am PC oder Tablet. 

Der Benchmark-Report stellt außerdem fest: Immer mehr Online-Shopper sind mobil online:

  • 90 % der Befragten besitzen ein Smartphone,
  • 75 % davon suchen darauf nach Produkten,
  • 57 % der Befragten kaufen auch über ihr Smartphone ein,
  • 29 %  suchen sogar täglich nach Produkten
  • und 50 % wöchentlich auf ihrem Mobilgerät.

Interessant ist aber auch, dass von den Smartphone-Besitzern, die täglich suchen, nur 27 Prozent den Kauf in der gleichen Frequenz auch auf ihrem Gerät abschließen.

Für die Studie wurden über 4.000 Verbraucher nach ihrem Nutzungsverhalten beim Online-Shopping befragt.

In dieser Übersicht aus dem Benchmarkreport „Reimagining Commerce“ sehen Sie, wie sich das Browser- und Kaufverhalten auf die Geräte verteilt.

Aber Smartphone-Nutzer wechseln gern das Gerät und surfen, shoppen und vergleichen ebenso via Tablet, PC oder Laptop. Abgeschlossen wird der Kauf dann doch am liebsten über die beiden zuletzt genannten. Marken, die sich dessen bewusst sind, und über alle Geräte hinweg ein stimmiges Einkaufserlebnis bieten, merken dies an den Verkaufszahlen.

Verbraucher erwarten mittlerweile, dass Online-Händler responsive Seiten oder eigene Apps anbieten. Denn das Smartphone ist immer zur Hand, selbst beim Schlendern in der Stadt. Deshalb wird ebenso location-based Marketing immer spannender. Warum nicht eine Mail versenden, die neben den personalisierten Angeboten darauf hinweist, wo sich die nächste Filiale befindet?

 Wie Geolokalisierung per Mail aussehen kann, sehen Sie an diesem Beispiel von Steve Madden.

Wie location-based Marketing funktionieren kann, sehen Sie hier an dem Newsletter-Beispiel der Schuhmarke Steve Madden. Im unteren Teil wird eine Karte mit Filialen, die sich in der Nähe des Empfängers befinden, anzeigt.

Nice to have – Aber shoppen lassen wir Alexa noch nicht

Bei 39 Prozent der Befragten dürfen Alexa, Siri oder Cortana daheim Fragen beantworten und kleine Tasks ausführen, wie beispielsweise das Licht ausschalten. Nur ein Drittel dieser Gruppe nutzt den Sprachassistenten auch zur Produktsuche im Netz oder schließt sogar Käufe darüber ab.

Ähnlich verhält es sich bei Smartwatches. Gut 35 Prozent tragen ein Wearable am Handgelenk. Von diesen informieren sich aber nur 34 Prozent über Produkte und nur 30 Prozent kaufen mit Apple Watch, Samsung Gear oder der Huawei Watch wirklich ein.

Während sich Smartphones also weiterhin etablieren, überrascht es, dass die Sprachsteuerung bei der Produktsuche so unbeliebt ist. Zwar wird die Suche von Besitzern eines Amazon Echo, Google Home, einem iPhone mit Siri oder eines Android-Gerätes mit Cortana immer wieder hoch gelobt, allerdings nutzen 61 Prozent die Spracherkennung nie bei der Suche nach Produkten.

Warum sind wir bei Sprachassistenten noch so vorsichtig?

Musikwecker, Lexikon, Übersetzer, Witzeerzähler, Rezeptbuch oder Outfitberater – die Liste ist endlos. Sprachassistenten stecken mittlerweile in vielen Geräten und können viele kleine Tasks für uns erledigen. Sie lassen sich über das Smartphone, Tablet, den Fernseher, das Auto oder dafür vorgesehene Lautsprecher mit Mikrofon, wie dem Amazon Echo oder Google Home benutzen.

Bei 39 Prozent der Befragten dürfen Sprachassistenten daheim kleine Tasks ausführen. Nur ein Drittel davon nutzt sie auch zur Produktsuche oder schließt Käufe darüber ab.

Jeder Zukunftsreport, der etwas auf sich hält, benennt „Voice Search“ und Sprachsteuerung als die großen digitalen Trends.  Warum setzt sich die Sprachsteuerung dann nur schwerlich im Online-Shopping durch?

Ein Grund könnte sein, dass Verbraucher ein Bild oder Video des Produktes und eine genaue Auflistung der Funktionen sehen möchten. Einen neuen Kühlschrank bestellt man noch nicht auf Zuruf. Den möchte man vorab sehen. Anders verhält es sich mit Artikeln, die wir regelmäßig wieder brauchen, wie Katzenfutter, Geschirrspültabs oder Socken. Amazon selbst bietet mit dem Echo Show seinen Sprachassistenten nun auch inklusive eines Touchdisplay an. Das neue Mitglied der Echo Familie kann bereits alle Artikel einer Einkaufsliste auf seinem Bildschirm anzeigen und auf Zuruf Artikel löschen und hinzufügen. 

Mit dem Sprachassistenten Bixby von Samsung können Gegenstände, die vor die Linse eines Galaxy 8 Smartphones gehalten werden, erkannt und ihre Verfügbarkeit im Netz recherchiert werden. Die Funktion ist in Deutschland allerdings noch nicht verfügbar.

Beim Galaxy 8 von Samsung erkennt der Sprachassistent Bixby Gegenstände die vor die Linse gehalten werden und prüft ihre Verfügbarkeit.

Diese Beispiele zeigen, dass sich viel auf dem Voice-Search-Markt bewegt. Auch wenn viele noch skeptisch sind, da einige Funktionen noch in den Kinderschuhen stecken, die Sprachsteuerung ist auf dem Vormarsch.

80 Prozent fanden ihre Erfahrungen beim On- und Offline-Einkaufen gut oder zufriedenstellend. Von diejenigen, die sie nicht wieder nutzen möchten, nannten 51 Prozent den Grund, dass ihr Einkaufserlebnis sich nicht verbessert hat. Vielleicht ist bei den Sprachassistenten und Smartwatches der Mehrwert noch nicht gegeben.

Die Studie „Reimagining Commerce“ ist der jährliche Benchmark-Report von Episerver. Wir haben für die Untersuchung je 1.000 Verbraucher aus Deutschland, den USA, Großbritannien, und Skandinavien (Schweden, Finnland, Dänemark, Norwegen) befragt. Die insgesamt 4.000 Befragten waren mindestens 18 Jahre alt und kauften in den vergangenen 12 Monaten mindestens einmal online ein. Die vollständige Studie können Sie sich hier kostenfrei herunterladen. 

Die Studie „Reimagening Commerce“ ist der jährliche Benchmark-Report von Episerver.

Edda Wulff

Edda Wulff

Marketing Manager

Email: [email protected]

Reimagining Commerce Report 2018 

Digitale Sprachassistenten, wie Amazon Alexa, sind aus unserem Leben bald schon nicht mehr wegzudenken. Leider finden sie in der Praxis kaum Einsatz. Was Verbraucher wirklich gewöhnt sind und wie sie sich beim Online Shopping verhalten, erfahren Sie in unserer kostenfreien Studie.

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