Web-Fonts im E-Mail-Marketing – Funktioniert das?

Schriften tragen maßgeblich zum Ton und der Persönlichkeit einer Marke bei. Sogenannte Web-Font-Services ziehen seit einiger Zeit viel Aufmerksamkeit auf sich. Denn sie ermöglichen die Nutzung von hochwertigen Schriften auf Webseiten oder eben auch im E-Mail-Marketing. Immer mehr E-Mail-Marketer trauen sich deshalb Web-Fonts in ihre Mailings einzubinden. Wie das geht und welche spannenden Möglichkeiten es gibt, stelle ich in diesem Artikel vor.

 

Warum gibt es Web-Fonts eigentlich?

Damit Newsletter-Empfänger in einer E-Mail eine bestimmte Schrift angezeigt bekommen, ist es notwendig, dass die entsprechende Schrift auf dem Gerät des Empfängers vorhanden ist. Auf den meisten Geräten sind Standard-Systemschriften wie zum Beispiel Arial, Verdana, Georgia, Times New Roman und Courier installiert. Ist in einer E-Mail nichts definiert, oder eine vorgegebene Schrift nicht auf einem Gerät vorhanden, wird eine der Standardschriften zur Anzeige verwendet. Diese Schriften werden deshalb auch als "Web-Safe-Fonts" oder "E-Mail-Safe-Fonts“ bezeichnet. Aufgrund der hohen Verbreitung werden diese Schriften oft im E-Mail-Marketing verwendet. Allerdings erlauben diese Standard-Schriften eben keine exakte Umsetzung von Corporate-Design-Vorgaben.

Die Design-Agentur InVision nutzt für ihren Newsletter ihre eigene Hausschrift.

Die Produkt-Design-Spezialisten von InVision legen auch bei Ihren E-Mails viel Wert auf ein stimmiges Design. Deshalb betten Sie ihre Unternehmensschrift als Web-Font in ihre E-Mails ein. In der Headline kommt die Poppins zum Einsatz und im Fließtext Roboto. Beide gehören zur Google-Fonts-Bibliothek.

 

Der Newsletter der Luxus-Marke THE OUTNET nutzt Webfonts, um ein einheitliches Design zu vermitteln.

Ein Beispiel aus dem E-Commerce-Bereich ist THE OUTNET, ein Designer-Mode-Shop. Um die Qualität der angebotenen Mode auch per Mail zu zeigen, achten die E-Mail-Marketer auf Details, wie die Schrift.

Die Lösung sind Web-Fonts

Im Gegensatz zu Standard-Systemschriften eines Geräts werden Web-Fonts beim Aufrufen einer Website oder E-Mail von einem externen Webserver zur Anzeige geladen. Browser oder E-Mail-Clients nutzen die geladenen Schriften zur Darstellung des Textes. Mittlerweile gibt es eine Reihe von kostenlosen Web-Fonts Services, wie beispielsweise Google Fonts. Der Einsatz von Web-Fonts bietet interessante Vorteile:

  • E-Mail-Designer erhalten viel kreativen und gestalterischen Spielraum beim Umsetzen von E-Mails, wodurch
  • Sich die Aufmerksamkeit im Posteingang erhöht
  • Die eigene Marke erscheint auch per Mail in einem einheitlichen Look & Feel
  • Zudem entfällt das gängige, problematische Umwandeln von Text in Grafik, um den Einsatz von Standard-Systemschriften in Newslettern zu vermeiden

Brill24 Newsletter mit Font-Versionen

Der Brille24 Newsletter ist ein tolles Beispiel zur Nutzung von Web-Fonts im Newsletter-Marketing mit Roboto und Slab auf der linken Seite. Rechts gibt es als Fallback-Version, z. B. für bestimmte Outlook-Versionen (Outlook 2016), den Klassiker Arial.

Kann ich Web-Fonts direkt nutzen?

Erfreulicherweise werden Web-Fonts bereits von vielen E-Mail-Clients unterstützt. Je nach Zusammensetzung des eigenen Verteilers spricht deshalb nichts gegen die Verwendung von Web-Fonts.

Diese E-Mail-Clients unterstützen zurzeit die Darstellung von Web-Fonts:

  • Outlook2000
  • Outlook.com App
  • iOS Mail
  • Apple Mail
  • Native Android E-Mail App – Eine Ausnahme ist Gmail. Hier werden seit April 2018 die beiden populären Web-Fonts Google Sans and Roboto unterstützt.
  • Thunderbird

Wie binde ich Web-Fonts in den Quelltext von E-Mails ein?

Neben der Gestaltung und dem Support durch E-Mail-Clients ist die Einbindung und Nutzung von Web-Fonts in E-Mails ein Punkt, den Sie vor dem Einsatz von Ihrer eigenen Unternehmensschrift klären sollten. Es gibt unterschiedliche technische Möglichkeiten, um Web-Fonts in E-Mails einzubinden. Drei gängige Ansätze zur technischen Einbindung sind:

  • die „@import Methode“,
  • die „<link&gt; Methode“
  • die „@font-face Methode“.

Die Methoden haben, je nach Verwendung, ihre Vor- und Nachteile.

Besonders wichtig ist es, passende Fallback-Fonts zu definieren, falls Web-Fonts von einem E-Mail-Client nicht dargestellt werden können. Berücksichtigen Sie die Fallback-Fonts auch beim Design Ihrer Mailings. Ich empfehle grundsätzlich vor einem E-Mail-Versand jede Einbindung von Schriften ausführlich zu testen.

Die Vorschau der Custom-Fonts in Episerver Campaign

Im Template-CMS unserer E-Mail-Marketing-Software sieht die Einbindung von Web-Fonts und der Fallback-Fonts je nach E-Mail-Client so aus.

Episerver Campaign Kunden können Ihren eigenen Web-Fonts in den Einstellungen des Template-Kits oder Ihrer eigenen Vorlage hinterlegen lassen. Dadurch gestalten Sie Ihre E-Mail-Designs künftig noch stärker in Abstimmung mit Ihrer CI – ohne dabei zu sehr Ihren Designer beanspruchen zu müssen. Um loszulegen, brauchen Sie nur die Datei Ihrer Hausschrift an unseren Support weiterzuleiten. Im Rahmen unserer Support-Leistungen hinterlegen unsere Kollegen Ihre Schrift in Ihrem Episerver Campaign Benutzerkonto.

Tipp: eine Analyse Ihrer Empfänger hilft Ihnen dabei abzuwägen, ob sie Web-Fonts nutzen möchten.

Welche E-Mail-Programme nutzen die Empfänger

In diesem Beispiel eines B2B-Unternehmen ist zu erkennen, dass die Leser Outlook als E-Mail-Clients eindeutig am meisten nutzen. In Campaign können Sie in dem Bereich Deep-Analytics mit der Gruppierung „E-Mail-Programm/Browser“ nach Clients wie Outlook etc. filtern.

Web-Fonts & DSGVO

Mit Web-Fonts-Services wie Google Fonts ist es zudem ratsam zu prüfen, wo die Fonts gehostet werden und welche Daten während einer Verwendung ausgetauscht werden. Bei der Nutzung von Google Fonts zum Beispiel wird beim Landen einer Schrift vom Google Font-Server auch die IP-Adresse eines Nutzers übertragen. Die steht im Kontrast zu einer möglichen strengen Auslegung der DSGVO. Abhilfe kann die Bereitstellung von Web-Fonts auf dem eigenen Webserver schaffen.

Tipp: Unseren Kunden bieten wir ein DSGVO-konformes Hosting der Web-Fonts über unsere eigenen in Deutschland stehenden Webserver an.  

Fazit

Neben Design-Elementen, der Bilderauswahl und Farben ist die Unternehmensschrift ein wichtiger Bestandteil der Corporate Identity (CI) eines Unternehmens. E-Mail-Clients wie Gmail oder Outlook zeigen generell Standard-Schriften an, die auf den Geräten der Leser hinterlegt sind. Mithilfe von Web-Fonts können E-Mail-Marketer die eigene Unternehmensschrift in ihre Mailings einbinden und sich so den eigenen CI-Vorgaben auch in diesem Medium immer mehr annähern. Das Einbinden von Web-Fonts ist kein Hexenwerk. Die meisten E-Mail-Clients unterstützen die Anzeige. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel. Wichtig ist deshalb, Fallback-Fonts zu hinterlegen und den Versand ausgiebig zu testen.

Benötigen Sie Hilfe beim Umsetzen Ihrer Mailing-Designs? Wir können mit einem Newsletter-Check-Up beginnen. Dabei schauen wir uns zusammen Texte, Design, HTML und die Zielgruppen an und wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Öffnungs- und Klickraten verbessern können.

Sprechen Sie uns gerne an

 

Karl Siebenhütter

Karl Siebenhütter

Business Consultant

Email: [email protected]


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