Werkzeug-Kasten: kostenfreie Tools für E-Mail-Versender

E-Mail-Versendern stehen zahlreiche kostenfreie Werkzeuge & Ressourcen zur Verfügung, mit denen sie den Erfolg ihrer Werbemaßnahmen verbessern können. Viele davon genießen wenig Bekanntheit. Anbei eine kleine Auswahl unter denen, die man kennen und bei Bedarf zur Hand haben sollte:

 

  • Versandzeitpunkt: Das richtige Timing ist ein Erfolgskriterium im E-Mail-Marketing. Zur Planung der optimalen Versandzeitpunkte oder einfach zur richtigen Einschätzung der Kampagnen-Ergebnisse lohnt auch ein Blick auf Ferien- und Feiertagskalender, wie den International HolidayCalendar der Swiss Post. Ebenso ist der inverse Ferienkalender auf Schulferien.org sehr hilfreich. Wertvolle Hinweise darauf, wann saisonale und allgemein zyklische Ereignisse idealerweise aufgegriffen werden, liefern Google Trends und Google Insights
  • Absender & Betreff prüfen: Absender oder Betreffzeilen mit UTF-8-Sonderzeichen, wie zum Beispiel Symbole oder solche, die den Eindruck einer spiegelverkehrten Schrift erzeugen? Kann sich als echter Hingucker entpuppen. Aber auch als Rohrkrepierer, falls etwa die Darstellung mangelhaft ist ... Der Email Analytics-Spezialist Litmus stellt einen Betreffzeilen-Checker bereit. Die damit generierten Screenshots zeigen die E-Mail-Darstellung in Outlook 2003, Outlook 2007, Outlook 2010, Hotmail, Gmail, Yahoo! Mail und auf einem Blackberry. So kann diese vor dem Versand schnell noch einmal kontrolliert und ggf. verbessert werden.
  • Newsletter-HTML: E-Mail-HTML unterscheidet sich ganz wesentlich von Webseiten-HTML Für Gestalter und Template-„Programmierer" kann es ganz schön kniffelig sein, eine einheitliche Darstellung über alle E-Mail-Programme, die von den Abonnenten verwendet werden, sicherzustellen. Outlook 2010, Android Gmail, Hotmail im Internet Explorer oder im Firefox – das Erlebnis für den Adressaten fällt hier durchaus unterschiedlich aus. Zudem gilt: Was heute funktioniert, kann nach einem Update morgen fehlerhaft sein. Auf dem Portal Emailology.org finden E-Mail-„Programmierer“ ex ante hilfreiche Tipps. Ebenso auf Email-Standards.org. Ex post sollte der Quelltext mit Tools wie fractal noch einmal untersucht und ggf. automatisch oder manuell ausgebessert werden. Welche Formatierungen oder Zeichensätze wo nicht unterstützt werden, zeigt sich hier in der Code-Analyse dann noch einmal.
  • URL-Check: Ärgerlich, wenn nach dem E-Mails-Versand festgestellt wird, dass Link- oder Bild-URLs ins Leere führen. Beides wirkt nachlässig und kostet Response. Ein fehlerhafter Abmelde-Link birgt sogar rechtliche Risiken in sich. Mindestens ob hinter allen im HTML-Quelltext angegebenen URLs auch wirklich ein erreichbarer Internetserver steckt, sollte vor dem Versand kurz überprüft werden. Damit kann zumindest 404-Fehlern – etwa durch Vertipper – einigermaßen vorgebeugt werden. Nutzen Sie hierzu ein Tool wie den Free Link Checker, indem Sie einfach den Link zur Onlineversion Ihres versandfertigen Newsletters eingeben und das Ergebnis begutachten. (Bei hundert zu prüfenden Ressourcen dauert der Vorgang schon mal eine Minute). Redirect-Links fürs Klick-Tracking werden auch zum Ziel verfolgt.
  • Schreibblockade beim Betreff? Passiert jedem, kein Grund zur Panik. Nehmen Sie sich 10 Minuten, in denen Sie sich via Internetsuche von erfolgreichen oder sogar preisgekrönten Schlagzeilen inspirieren lassen („die besten Schlagzeilen“-Suche auf Google). Lehrreich und oft zitiert: „100 gute Werbe-Überschriften“, die Victor Schwab zusammenstellte und kommentierte (englisch). Wem dies nicht reicht: Durchstöbern Sie Twitter-Kanäle aus verwandten Geschäftsfeldern nach solchen Tweets, die hohe Klickraten erzeugten und als Basis für einen E-Mail-Betreff infrage kommen. (Um die Klickrate öffentlicher bit.ly- oder goo.gl-Links zu erfahren, hängen Sie der URL einfach ein Pluszeichen an.)
  • Neue Performance-Kennzahlen: Innovative Messgrößen enthüllen weitere Sichten auf den Kampagnen-Erfolg. Daraus wiederum lassen sich evtl. neue Optimierungspotenziale ableiten. Der Anbieter CampaignCog stellt aktuell kostenfrei ein erweitertes Reporting für E-Mail-Versender zur Verfügung. Wie üblich muss der Werbetreibende hierzu vor dem Versand einen speziellen Tracking-Code in sein E-Mailing einbinden. Im Anschluss stehen Kennziffern wie die durchschnittliche Betrachtungsdauer, der Anteil mobiler E-Mail-Abrufe, die Weiterleitungs- oder Ausdrucken-Rate im Reporting bereit.
  • Remote Tests: Anstelle klassischer Labortests bietet es sich heute in vielen Fällen eher an, die Usability durch kosteneffiziente Remote Usertests zu prüfen. Den „Five Second Test“ hatten wir bereits in diesem Zusammenhang bereits vorgestellt. Befragen Sie doch die dortige Community beispielsweise einmal dahingehend, ob der Hinweis zur Newsletter-Anmeldung auf Ihrer Homepage in einer angemessenen Zeit gefunden wird. Oder ob Primärbotschaft und Handlungsaufforderung im Newsletter unmittelbar zu den Adressaten durchdringen. Denn andernfalls sollte dies ausgebessert werden.
  • Mobile Email: Das meistgenutzte Anwendungsfeld im mobilen Internet sind der Versand und Empfang von E-Mails. Je jünger die Zielgruppe, desto verbreiteter sind internetfähige Smartphones und Tablets. Das heißt, zunehmend mehr E-Mail-Versender müssen heute dafür sorgen, dass ihre Newsletter bei den Adressaten sowohl unterwegs auf dem iPhone als auch zuhause im Outlook 2010 optimal dargestellt werden. Mit speziellen Werkzeugen, wie dem Mobilizer oder dem umfassenden MITE (Mobile Internet Testing Environment), können auch Newsletter per Mausklick auf dem Desktop in den verschiedensten Endgeräten betrachtet und damit grob überprüft werden.