Fakten-Check Newsletter-Abmessungen: Breite, Höhe und mehr

Gestern untersuchten wir die Verbreitung animierter GIF-Grafiken und damit verbunden die Newsletter-Gewichte. Werfen wir heute einen Blick auf die Newsletter-Abmessungen. Wie breit und wie hoch sind Werbemails typischerweise? Wo lauern gestalterische Fallstricke wie z.B. die Gmail'sche 100-Kilobyte-Schere?

 

Durchschnittliche Newsletter-Breite

647 Pixel breit waren die 951 untersuchten Newsletter im Schnitt. Versender halten sich damit an den oft empfohlenen Korridor von 600 bis 650 Pixeln. Englischsprachige Exemplare kommen etwas weiträumiger und uneinheitlicher daher als ihre deutschsprachigen Pendants. Die Bandbreite reicht hier schwerpunktmäßig von 600 bis 750 Pixel, wie die folgende Abbildung demonstriert:



email-breite 

Durchschnittliche Newsletter-Höhe

Der Mittelwert der Newsletter-Höhe beträgt 2552 Pixel (Median: 1987 Pixel). Deutschsprachige Newsletter sind deutlich länger als englischsprachige (3003 versus 2157 Pixel im Schnitt). Das bedeutet nicht, dass Marketer in UK und in den USA weniger zusagen hätten. Die kontaktieren ihre Abonnenten nämlich dafür deutlich häufiger. Interessanter als der Durchschnittswert ist ein Blick auf die Verteilung:



email-hoehe 

Schwer zu schlagen sein dürften die Maße von Wunschliste: sagenhafte 26962 Pixel warten hier darauf, in der Vertikalen „erscrollt“ zu werden.

Insgesamt scheinen die Ergebnisse unserer Studie zur Newsletter-Gestaltung aus 2012 nicht an Aktualität eingebüßt zu haben: Vor knapp einem Jahr ermittelten meine Kollegen 634x2890 Pixel als Standardmaße. In meinem durchdrungenen Werbepostfach waren es letzte Woche 648x3003.

 

 

Bereitstellung von Grafiken

Bei den Tipps zur Wahl des passenden Grafikformats wurde empfohlen, Grafiken immer in den Maßen auf dem Server abzulegen, in denen sie auch im Newsletter verwendet werden. Andernfalls ist der Abonnent gezwungen, seine Internetverbindung mehr als nötig zu beanspruchen. Zudem kann es zu Darstellungsfehlern kommen, falls das E-Mail-Programm die „height“- und „width“-Angaben im HTML-Quelltext ignoriert:



 grafik-abmessungen 

Der Hinweis wäre nichts wert, wenn die korrekte Grafikeinbindung gelebte Praxis wäre. Der Blick ins Postfach offenbart aber Nachbesserungsbedarf:



email-grafiken-skaliert 

Fast jeder 14. Newsletter (7 %) muss dem Abonnenten überdimensionierte Grafiken downloaden und diese dann auf die E-Mail-Breite runterrechnen. Messbedingt dürfte der tatsächliche Wert höher liegen. Leser englischsprachiger Newsletter sind eher betroffen – im angelsächsischen Raum ist jeder 10. Newsletter betroffen, hierzulande sind es "nur" 4 %.

Viele Versender können hier noch optimieren, indem Grafiken passgenau für die Standard-Newslettermaße, und nicht zu groß, abgelegt werden:



groupon 

Gmails „100-Kilobyte-Schere“

Im Zusammenhang mit der Newsletter-Länge sollte auch der Umfang des HTML-Quelltextes nicht außer Acht gelassen werden. Hintergrund: Ab circa 100 Kilobyteschneiden Anbieter wie Gmail und Yahoo! Mail den Rest ab. Der Nutzer kann zwar mit einem Klick die übrige E-Mail anfordern. Jedoch bleiben Dinge wie der Abmeldelink sowie der Trackingpixel, der die Öffnungen protokolliert, erst einmal verborgen. Beide Elemente befinden sich ja meist am Ende des Newsletters.



gmail-email-clipping 

Auch hiervon dürften eine ganze Reihe Versender betroffen sein. In der untenstehenden Abbildung markiert die grüne Linie das Gewicht des HTML-Quelltextes, die rote die 100-Kilobyte-Grenze:



newsletter-abgeschnitten 

Wer die 100-Kilobyte-Grenze versehentlich knapp überschreitet, sieht sich möglicherweise unwissentlich aus diesem Grund mit niedrigeren Öffnungs- und Abmelderaten konfrontiert. Melden sich die Abonnenten dann genervt mit dem Spam-Knopf ab, steigen zudem noch die Complaint-Raten und die Zustellquoten verschlechtern sich. Eine Revision des Quelltextes sowie die Beobachtung des Quelltext-Gewichts kann abhelfen bzw. Problemen vorbeugen ...