Warum Sie regelmäßig auf Blacklist-Einträge prüfen sollten

Spamhaus zählt zu den einflussreichsten Antispam-Organisationen. Wer auf einer ihrer Blacklists landet, gefährdet bei vielen Postfach-Anbietern, Unternehmen und anderen Netzwerken seine Zustellbarkeit. Seit Juli stellt Spamhaus ein erweitertes Informations-Set bereit. Damit können Nachfrager effektiver auf Spam von kompromittierten Benutzerkonten und Webseiten reagieren.

 

spamhaus

Nun sind für Massenversender weniger die neuen Blacklist-Informationen an sich relevant. Vielmehr sollten Verantwortliche sich noch einmal gewahr darüber werden, wie wichtig es ist, vor dem Versand umfassend auf etwaige Blacklistings zu prüfen. Und so geht's:

 

Warum prüfen?

Erinnern Sie sich noch an den "Fall GAP"? Der amerikanische Einzelhändler wurde zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt eiskalt von einem Spamhaus-Blacklisting erwischt ? nämlich zur umsatzträchtigen Weihnachtszeit. In der Folge versackte ein Großteil der Werbemails bei Gmail, Outlook.com, AOL & Co. im Spamordner oder wurde gar komplett abgewiesen.

Der Fall verdeutlicht: ein Blacklisting ist keine Bagatelle. Zumindest dann nicht, wenn das Verdikt von einem bedeutsamen Verzeichnis ausgesprochen wird. Dazu zählen Spamhaus, SpamCop, CBL, SURBL, URIBL und einige weitere.

Ärgerlich: Ein Vertipper bei der Adresseingabe am Point-of-Sale brachte GAP zur Weihnachtszeit auf die Spamhaus-Blacklist



Die Filter-Gefahr betrifft nicht bloß US-Anbieter. Auch die hiesigen Dienste beziehen Blacklistings von externen Verzeichnissen in ihr Spam-Scoring mit ein. Teilweise erfolgt dies offensichtlich mit einer höheren Gewichtung als ein Whitelisting der Certified Senders Alliance (CSA). So kommt es vor, dass Werbemails (das Beispiel unten ist kein Einzelfall), die mutmaßlich über CSA-zertifizierten IP-Adressen verschickt wurden, im GMX-Spamordner landen:



gmx

Ein Whitelisting garantiert "entgegen landläufiger Meinung" keine 100%ige Posteingangszustellung



Eine Zertifizierung ist erstrebenswert, kann aber niemals ein alleiniger Garant für die Zustellung ins Postfach sein.

 

Wann und wie prüfen?

Daher sollten Sie regelmäßig vor dem Versand ihre relevanten Versand-IP-Adressen und Domains auf einen Blacklist-Eintrag prüfen. Unter die Kategorie "Domains" fällt nicht bloß der Teil hinter dem @-Zeichen des Newsletter-Absenders. Genauso sollten alle Links und Grafikquellen im Inhaltsbereich unter die Lupe genommen werden.

Eine Prüfung ist vor allem bei der Einbindung fremder Inhalte wichtig. Also dann, wenn Sie beispielsweise Werbeanzeigen Ihrer Anzeigenkunden oder solche aus Affiliate-Netzwerken zur direkten Monetarisierung in Ihre E-Mailings inkludieren. Gleiches gilt für die Kontrolle nach Anzeigenbuchungen in externen Listen. Denn ein verkappter Spammer, der mit einem günstigen Tausender-Kontakt-Preis lockt, kann Ihnen durch den Versand Ihres Werbemittels an seinen unsauberen Verteiler Ihre Domain-Reputation ramponieren.

Die gute Nachricht: Einen Blacklist-Check kann jeder leicht durchführen. Zwei empfehlenswerte Anlaufstellen, bei denen Sie die entsprechenden IPs und Domänen eingeben und prüfen können, sind:

Bei einem Fund entfernen Sie den "Verursacher" sofern möglich. Andernfalls setzen Sie sich mit Ihrem Dienstleister in Verbindung oder kontaktieren Sie direkt die Betreiber der entsprechenden Verzeichnisse, um " nach Beseitigung der Ursache " eine Delisting zu beantragen. Machen Sie sich darauf gefasst, dass der Delisting-Prozess mitunter einige Zeit in Anspruch nimmt. Besser wäre es also, mögliche Ursachen wie Spamfallen-Treffer von vornerein auszuschließen.

Marc Bohnes

Marc Bohnes

Director Campaign Strategy

Email: marc.bohnes@episerver.com

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