10 zuverlässige E-Mail-Kampagnen, die Sie versenden sollten

Die E-Mail ist heute wirksamer denn je. Hier finden Sie die Kampagnen, die am besten funktionieren sowie Tipps zum klugen Umgang mit Daten.

E-Mail-Kampagnen gehören zu den ältesten und zuverlässigsten Online Marketing-Instrumenten. Die Öffnungsraten liegen hier branchenübergreifend und international bei rund 25 Prozent. In einzelnen Branchen wie der Finanzbranche sogar bei bis zu 40 Prozent. Doch so bekannt die E-Mail als Marketinginstrument auch ist: Viele Marketer wissen gar nicht, was sie alles kann. Besonders seit Big Data und KI-Lösungen integriert werden, hat sich die Werbemail deutlich weiterentwickelt. Im Folgenden lernen Sie zehn E-Mail-Kampagnen, die Sie versenden sollten.

1. Transaktionsmails: Leiten Sie beim Kaufabschluss schon den nächsten Kaufvorgang ein

Viele Shop-Betreiber glauben, sobald der Kunde bestellt hat, ist die Customer Journey erst mal erfolgreich beendet. Daher gestalten sie ihre Transaktionsmails, also Rechnungsversand, Bestell- und Versandbestätigung, relativ simpel. Quasi als letzte Pflicht, bevor sie wieder zur Kür übergehen und neu um seine Aufmerksamkeit werben. Dabei geht die Customer Journey, wenn man es richtig anstellt, hier einfach weiter.

Dafür müssen Marketer sich die Transaktionsmails genauer ansehen und sie anreichern. Zum Beispiel lohnt es sich, diese emotional zu gestalten: Bei der Bestellbestätigung ist ein Bild, das die Produktgruppe anteasert, in der der Kunde eingekauft hat, sinnvoll und daraufhin können dann die konkreten Produkte mit Fotos gezeigt werden. Das steigert die Vorfreude.

In den Transaktionsmails können aber auch andere gesammelte Nutzerdaten einfließen. Hat sich der Kunde zum Beispiel auch in einer anderen Kategorie umgesehen, sollten ihm in der Transaktionsmail Bestseller aus dieser Kategorie gezeigt werden.

2. Trigger-Mails bei Abbrüchen: Machen Sie es Ihren Kunden einfach, wieder einzusteigen

Trigger sind definierte Aktionen des Kunden, die eine automatische Reaktion auslösen. Hier: der automatische Versand einer E-Mail. Besonders wirksam erweist sich das bei Abbrüchen des Kaufvorgangs.

Es gibt viele Zeitpunkte, in denen Kunden den Kaufvorgang abbrechen:

  • beim Suchvorgang,
  • während sie schon Produkte im Warenkorb haben
  • oder sogar im Kassenbereich.

Das kommt häufig vor und eignet sich gut für Trigger-Mails.

Ein wichtiges Ziel dieser Trigger-Mails ist es, dem Kunden den Wiedereinstieg zu erleichtern. Bei Warenkorb- und Kassenabbrechern befanden sich bereits Artikel in der Auswahl. Hier sollten also Erinnerungsmails in regelmäßigen Abständen verschickt werden. Nicht zu häufig, auch grundsätzlich relevante Mails können Kunden irgendwann nerven.

Die britische Mode- und Heimtextilien-Marke TOAST setzt beispielsweise eine Triggermail bei einer verlassenen Suche ein und stellt weitere Produkte vor. Seien Sie vorsichtig damit. Auch grundsätzlich relevante Mails können irgendwann nerven.

In solchen Fällen wird der Kunde über die Mail nicht nur an den unvollständigen Kauf erinnert, er bekommt die Möglichkeit ihn nahtlos fortzuführen über einen Link: „Machen Sie hier mit Ihren Einkauf weiter“. So muss er nicht wieder alle Artikel zusammensuchen.

Eine weitere Funktion der Trigger-Mails ist es, die Abbruchgründe zu erfahren und zu beseitigen. Ein Kassenabbrecher hat vielleicht ein technisches Problem. Jemand, der den Suchvorgang abbricht, kommt vielleicht nicht mit der Suchfunktion zurecht.

Der britische Modeshop Jeager zeigt in seiner E-Mail bei einem Warenkorbabbruch die Nummer der Service Hotline an. Falls es technische Probleme gibt oder einfach nur eine Frage, die den Kauf verhindert, kann alles schnell auch übers Telefon geklärt werden.

Der Kunde klickt am Tag selbst zwar noch auf den Double-Opt-In-Link, häufig loggt er sich dann aber aus seinem Mailprogramm aus. Besser ist es also, ein paar Tage mit der nächsten Mail zu warten.

In solchen Fällen können Hilfsangebote wie der Link zum Support Chat in der Mail hilfreich sein. Oder auch die Abfrage nach Feedback. Auf jeden Fall fühlt sich ein Kunde, der ein enttäuschendes Shoppingerlebnis hatte, ernst genommen, wenn er eine Mail erhält, in der sich jemand kümmert. Und sei es nur, weil er ein „Danke für Ihren Besuch!“ zu lesen bekommt.

3. Trigger-Mails nach internen Kriterien: Versenden Sie automatisiert jede Rabattaktion

Trigger-Mails können natürlich auch nach internen Kriterien ausgesendet werden. Die einfachste Form ist, nach einem zeitlich festgelegten Rahmen Angebote oder einen Preisalarm zu schicken. Oder eine Mail zu versenden, sobald Rabatte eingerichtet werden.

Auch möglich ist natürlich eine Mischung aus externen und internen Faktoren: Wenn ein Kunde einen Artikel angesehen hat, der ausverkauft war und dieser wieder auf Lager ist, kann ein Trigger dafür eingerichtet werden.

4. Automatisierte Willkommenskampagnen: Gestalten Sie den Einstieg für Neukunden gezielt

Ähnlich wie bei den Trigger-Mails werden bei einer Willkommensserie automatisiert E-Mails versendet. Hier gibt es auch einen Trigger: in der Regel die Anmeldung zum Newsletter. Der Unterschied ist, dass oftmals gleich eine Reihe von E-Mails nach festgelegten Kriterien versandt wird – Stichwort: Marketing Automation.

Klar ist, dass es eine Art Begrüßungsmail gibt. Dann aber sollten E-Mail-Marketer genau analysieren, was am besten funktioniert: Häufig ist es nicht empfehlenswert, noch am Tag der Anmeldung Begrüßungsangebote zu schicken.

Die erste Willkommensmail der Schuhmanufaktur Peter Nappi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die US-amerikanische Schuhmanufaktur Peter Nappi nimmt durch ihre 3-stufige Willkommensserie neue Leser herzlich in die Familie mit auf und kommuniziert über die Bilder Tradition, Handwerk und Moderne.

Der Kunde klickt am Tag selbst zwar noch auf den Double-Opt-In-Link, häufig loggt er sich dann aber aus seinem Mailprogramm aus. Besser ist es also, ein paar Tage mit der nächsten Mail zu warten.

5. Nachfasskampagnen: Erinnern Sie den Kunden an Ihr Angebot

Die Nachfasskampagne kann auf den Willkommensstrecken aufbauen. Wenn der Kunde bei einer Begrüßungsmail beispielsweise eines Reisebüros auf die Kategorie Städtereisen geklickt hat, können mit einer Nachfassmail gezielt solche Angebote an ihn versendet werden.

Auch hier gibt es vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Und wer auf keinen Link geklickt hat, bekommt auch eine Nachfassmail mit allgemeineren Angeboten.

6. Cross-/Up-Selling-Kampagnen über Post-Click: Bieten Sie ergänzende Artikel an

Über Post-Click-Tracking sammeln Shop-Betreiber Informationen über das Nutzerverhalten ihre Kunden. So erfährt der Shop-Betreiber zum Beispiel, was ein Newsletter-Abonnent angeklickt und damit angesehen hat. Genauso kann das Verhalten auf Dritt-Websites getrackt werden.

Typisches Beispiel: Ein Kunde bucht eine Reise und ein Reisebüro schickt eine Mail, in der es dem Kunden anbietet, auch gleich das Hotel oder den Mietwagen zu buchen. Und es geht noch weiter: Wenn der Urlaub vorbei ist, kann abgefragt werden, wie der Urlaub war. Wenn die Rezension auch noch auf der eigenen Website landet, umso besser.

7. Follow-Up-Kampagnen nach Produktkauf

Follow-Up-Kampagnen funktionieren ähnlich wie Cross- oder Up-Selling-Kampagnen, können aber selbstverständlich automatisiert versendet werden. Hat sich jemand beispielsweise eine neue Kamera gekauft, wäre als Follow-Up denkbar, dem Kunden eine Festplatte zur Archivierung der Bilder anzubieten. Es werden also passende Artikel, die die gekauften Produkte sinnvoll ergänzen, angeboten.

8. Jahrestag- und Jubiläumskampagnen: Analysieren Sie zuerst, was wirklich funktioniert

Klingt nicht neu, aber Jahrestage und Jubiläen sind immer noch gute Gelegenheiten für E-Mail-Kampagnen. Allerdings nicht so, wie viele Marketer glauben: Zum Beispiel zeigt sich bei Geburtstagen, dass der ideale Versandzeitpunkt nicht der Geburtstag selbst ist, sondern circa eine Woche vor dem eigentlichen Termin liegt.

Am Geburtstag selbst shoppen viele Empfänger nicht für sich selbst. Sie haben an dem Tag ja bereits viele Geschenke bekommen. Besser also vorher darauf hinweisen, dass sich der Kunde zu seinem Ehrentag etwas gönnen sollte.

9. Reaktivierungskampagnen: Holen Sie verloren geglaubte Kunde zurück

Das ist die Königsdisziplin des E-Mail-Marketings: Wenn ein Kunde lange nichts mehr gekauft hat oder auf der Seite war, kann er über Reaktivierungskampagnen wieder zurückgeholt werden.

Eine Reaktivierungsmail von ZipJet

Beim Berliner Wäschereinigungsservice ZipJet bekommt man nach einem Jahr Inaktivität eine Erinnerungsmail mit einem Gutschein.

Das funktioniert zum Beispiel über regelmäßige Gutscheine, über Feedbackanfragen („Wir vermissen dich! Was können wir besser machen?“) und über eine Bitte zur Bestätigung des Abonnements.

10. Hochpersonalisierte E-Mail-Kampagnen: Überraschen Sie den Kunden mit maßgeschneiderten Inhalten

Mit der Zeit sammeln Shops eine Menge Daten über ihre Kunden: Öffnungszeiten, Bestellwerte, Reisedaten, Geburtstage usw. Wenn sie diese sinnvoll zusammenführen, können sie eine hochpersonalisierte Kampagne zusammenstellen.

Ein Beispiel: Eine Fluggesellschaft hat zum fünfjährigen Jubiläum des Tages, an dem der Verbraucher Kunde geworden ist, seine Reisedaten zusammengefasst. Wie viele Kilometer ist er geflogen, wohin ging seine erste, wohin seine letzte Reise? Das, mit emotionalen Bildern angereichert, steigert die Kundenbindung. Und hier lässt sich natürlich auch die nächste Reise vorschlagen.

Fazit: Finden Sie heraus, was Ihre Kunden wollen, indem Sie klug Ihre Daten nutzen

E-Mail-Kampagnen sind und bleiben ein wirksames Werkzeug für den Kundenkontakt. Vor allem durch Big Data und Automatismen bis hin zu KI-Prozessen lassen sie sich heute sehr vielseitig an allen Punkten der Customer Journey einsetzen. Der Schlüssel dabei ist, dass Marketer versuchen müssen herauszufinden, was der Kunde wirklich will. Das gelingt durch den klugen Umgang mit Daten heute besser denn je. Und lässt sich mit den richtigen Tools auch sehr wirksam umsetzen und jederzeit kontrollieren.

Diesen Artikel wurde zuerst bei OnlineMarketing.de veröffentlicht unter dem Titel: 10 zuverlässige E-Mail-Kampagnen, die du versenden solltest